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Suchen Sie nach dem magischen Standard für den Austausch von Gesundheitsdaten?

Von Charles Parisot, Interoperability Architect, GE Healthcare, Vorsitzender des IHE Services Committee

Es ist an der Zeit, etwas Positives in die Interoperabilität einzubringen. Oft wurde dieses Thema als komplex, unüberschaubar und frustrierend für CIOs empfunden. Der reibungslose Austausch von Gesundheitsdaten ist jedoch ein Muss und eine wichtige Geschäftspriorität für Gesundheitsorganisationen. Jetzt ist der Moment gekommen, ein neues und strategisches Umdenken einzuleiten und auf Veränderungen zuzuarbeiten.

Wie? Blicken wir zunächst auf die Jahre des Nutz bringenden Fortschritts zurück. Als erstes war DICOM, der internationale Standard für die digitale Bildgebung und Kommunikation in der Medizin, bei der Integration von medizinischen Bildgebungsgeräten verschiedener Hersteller sowie Bildarchivierungs- und Kommunikationssystemen (PACS) äußerst erfolgreich. Dies hat die gemeinsame Nutzung von Fallbildern innerhalb einer Organisation oder einer Region ermöglicht, um die medizinische Diagnostik für Millionen von Patienten zu verbessern. Zweitens war die umfassende Einführung von HL7 (Health Level 7) Version 2 für die Patientenakten von Krankenhäusern von bedeutendem Vorteil, da nun Systeme von verschiedenen Anbietern miteinander kommunizieren können, wenn auch nach wie vor mit einem erheblichen Anpassungsaufwand. Zu guter Letzt haben IHE-Profile und HL7-CDA einen wichtigen Beitrag geleistet, um den Austausch klinischer Daten zu ermöglichen und somit ein vollständigeres Bild über den Zustand eines Patienten zu bieten. Mehrere regionale und nationale eHealth-Initiativen in Europa und den USA belegen diese Vorteile.

Optimale Patientenversorgung setzt Interoperabilität und Teamarbeit voraus

Obwohl all dies recht technisch klingt, ist Interoperabilität für den wirtschaftlichen Erfolg und das Reputationsmanagement von Gesundheitseinrichtungen von entscheidender Bedeutung. Beim effizienten Austausch von Patientendaten geht es nicht darum, dass eine IT-Abteilung so viele Lösungen vom selben Anbieter wie möglich kauft. Vielmehr geht es darum, dass verschiedene Systeme reibungslos miteinander kommunizieren, um verpasste Chancen im gesamten Kontinuum der Patientenversorgung zu vermeiden. Um auf die Vorteile neuer Gesundheitstechnologien wie künstliche Intelligenz (KI) vorbereitet zu sein, benötigt das Gesundheitswesen auch solide Interoperabilitätsgrundlagen für zukünftige Entwicklungen.

Die Bereitstellung von Technologien, die auf gängigen Standards basieren, wird daher von Einrichtungen des Gesundheitswesens, der Branche und immer mehr politischen Entscheidungsträgern weithin diskutiert. Alle Beteiligten müssen dabei mit einbezogen werden: Klinikverwaltung, klinische Abteilungen, IT-Abteilungen, Lieferanten und Gesundheitsbehörden.

So erzielen Sie positive Ergebnisse in 3 Schritten:

  1. Bauen Sie nicht auf den einzigen „magischen Standard“ – seit langem wartet man auf ihn, es gibt ihn aber noch nicht. Denken Sie stattdessen strategisch. Erwägen Sie vielleicht die Einführung eines „Interoperabilitäts-Beauftragten“, um die Lücke zwischen Informationsmanagement und IT zu schließen und die Interoperabilitätsstrategie zu definieren, die kritischen Bedarfsbereiche zu identifizieren und die Maßnahmen im Laufe der Zeit konsistent auf das gewünschte Ziel auszurichten.
  2. Beginnen Sie mit der Definition des Problems, das Sie lösen möchten. Schließt es die Lücken in den Patientendaten am Point of Care, damit das Klinikteam ein vollständiges Bild erhält, das eine genaue Diagnose oder einen genauen Behandlungsplan ermöglicht? Es muss sicherlich darum gehen, die 97 % der klinischen Daten1 zu verwerten, die derzeit im Gesundheitswesen ungenutzt bleiben. Und vielleicht sollte es darum gehen, bei der Auswahl von Produkten, die mit den Standards und Profilen Ihrer Interoperabilitätsstrategie übereinstimmen, auf Konformität und Tests zu setzen.
  3. Nehmen Sie die Herausforderung jetzt an, schalten Sie Ihre Daten frei und setzen Sie sich mit Strategie für Maßnahmen zur besseren und effizienteren Patientenversorgung ein. Gesundheitsdienstleister stehen bei Ihrer Arbeit an der ersehnten Interoperabilität nicht alleine. Es stehen zahlreiche Peers und Branchen-Support-Netzwerke zur Verfügung. Sie müssen nur größer denken und Big Data besser nutzen. Das ist es, was Ihre Patienten verlangen.

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1 Quelle: IDC Digital Universe Study