Anwendung intraoperativer lungenprotektiver Beatmung1

Weltweit werden über 200 Millionen Patienten jährlich einer Vollnarkose unterzogen und maschinell beatmet. Generell ist eine Vollnarkose eine effektive Methode chirurgische Eingriffe zu ermöglichen und maschinelle Ventilation ist eine wichtige Unterstützung während der Vollnarkose. Sie kann jedoch zu einer Beeinträchtigung der Atemfunktion beitragen. In der Intensivmedizin wurden lungenprotektive Beatmungsstrategien eingesetzt, die mit dem Ziel in den Operationssaal übertragen werden können, postoperative Ergebnisse zu verbessern. Immer mehr Erkenntnisse deuten darauf hin, dass prophylaktische lungenprotektive Beatmungsstrategien, die niedrige Tidalvolumen, einen patientenspezifischen positiven endexspiratorischen Druck (PEEP) und Recruitment-Manöver (RMs) nach Bedarf verwenden, die Inzidenz postoperativer pulmonaler Komplikationen (PPCs) minimieren können.¹

1Futier E, et al. A trial of intraoperative low-tidal-volume ventilation in abdominal surgery. New England Journal of Medicine. 2013; 369 (5): 428-437.

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1301082

Vital Capacity und Cycling

Es ist allgemein bekannt, dass während der Vollnarkose eine Lungenatelektase auftreten kann, die auch nach der Operation weiter bestehen und zu signifikanten postoperativen Komplikationen und zusätzlichem Versorgungsaufwand führen kann.2

Recruitment-Manöver (RMs) dienen dem Öffnen kollabierter Alveolen durch die vorübergehende Ausweitung der Alveolen mithilfe einer kurzfristigen Erhöhung des transpulmonaren Drucks. Bis heute erfolgten solche Eingriffe manuell durch den Arzt während des Verfahrens. Die Aisys CS2 und Avance CSCarestations sind mit zwei neuen Lungenbeatmungsverfahren ausgerüstet, die das Klinikteam bei der Behandlung von Atelektase unterstützen.  

Vital Capacity ist ein Verfahren, bei dem der manuelle Beatmungsbeutel automatisch betätigt wird.  Am Ende des Verfahrens kann ein PEEP programmiert werden, der dabei hilft, einem Derecruitment vorzubeugen.

Cycling ist der Name eines Satzes an Werkzeugen, mit denen ein mechanisches Beatmungsmanöver erstellt werden kann, bei dem der PEEP während der mechanischen Beatmung in programmierbaren Schritten erhöht und reduziert wird, um kollabierte Luftwege wiederzueröffnen.

2.  Magnusson L, Spahn DR. New concepts of atelectasis during general anaesthesia. Br J Anaesth. 2003; 91 (1): 61-72.

https://academic.oup.com/bja/article/91/1/61/276054

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